Die Geschichte der "Dörte"


1886:   Die Sächsisch-Böhmische-Dampf-Schiffahrtsgesellschaft bestellt zwei komplette kleine Schraubenfährdampfer für ihre Fährstelle Blasewitz-Loschwitz bei der Sächsischen Dampfschiff-und Maschinenanstalt der Oestereichischen Nord-West Dampf-Schiffahrtsgesellschaft in Dresden-Neustadt.


1887: Lieferte diese Firma den Fährdampfer "ELBE" ab.

1888: Unter der Bau-Nummer 223 den etwas größeren Dampfer "PFEIL".

Der Dampfer war für 70 Personen oder 106 Centner zugelassen bzw. auf 10 Tonnen geeicht.

Auch nach der Eröffnung der Elbebrücke, des "Blauen Wunders", verkehrten die Dampfer vorerst an ihrer alten Stelle weiter.


1911: Finden wir den Dampfer "PFEIL" zwischen Kleinzschachwitz und Pillnitz im Einsatz. 

1915:
Verkauft die SBDG den Dampfer an den Fährpächter Alfred Herold in Pirna-Copitz. 

1925:
übernimmt der Fährmeister Wünsche aus Wachwitz das Schiff und setzt es zwischen Wachwitz und Tolkewitz ein.

1934: Fährdampfer „Elbe“ wird verkauft.

1945: Ist der „Pfeil“ in Wachwitz stationiert. Aus Kohlemangel giert das Boot am Längsseil hängend, von der Strömung getrieben über den Fluß.

1960: Sind Kessel und Maschine so verschlissen, daß das Fährschiff außer Dienst gestellt wird und im Loschwitzer Hafen liegt.

1961: Wird als Eigner des "PFEIL" der Verkehrsbetrieb der Stadt Dresden genannt.

1964: Umbau zum Motorschiff auf der Traditionswerft Dresden-Laubegast.

Danach erfolgt der Einsatz bedarfsweise in Pillnitz oder Wachwitz. Später ist das Fähr-Motorschiff an der Fährstelle Söbrigen-Zschieren stationiert.

1986: Nach der Landrevision auf der Laubegaster Werft treffen wir diese Fähre mit ihrem charakteristischen Dampfer-Schiffskörper wieder an seiner angestammten Söbrigener Abfahrtsstelle an. Unverwüstlich dampfte der "PFEIL" in sein zweites Jahrhundert.

1992: Liegt der rüstige Vertreter Dresdner Fährgeschichte unbeachtet abseits und rostet vor sich hin. Es wird von Verschrottung geredet. Schließlich wird das Schiff an den Fährmann Schmidt aus Naumburg an der Saale verkauft.

1993: Zeigte das Fährschiff, dass mit ihm noch weiter zu rechnen ist. In fünfeinhalb Tagen fuhr es die Elbe abwärts und über Stromschnellen und Untiefen die Saale aufwärts bis Naumburg. Fast 500 Kilometer !

1994: Wird der "PFEIL" als MS „FRÖHLICHE DÖRTE" neugetauft und erweckt die bis dahin schon 20 Jahre ruhende Unstrutschifffahrt zu neuem Leben.


24.August 2000: Bundeskanzler Gerhard Schröder gönnt sich, mehrere Stunden mit der alten "Dörte" auf der Unstrut zu fahren, lässt sich unseren mediterran-rustikalen Imbiss, unsere "Fleeschsubbe" und einen 99er Müller-Thurgau schmecken und stellt fest, das es hier traumhaft schön sei.

11.Mai 2004: Bei einer dramatischen Rettung von drei Kindern und ihrer Lehrerin, welche bei Hochwasser am Freyburger Wehr mit dem Kanu gekentert sind und in Lebensgefahr schweben gerät die "Dörte" selbst in den extremen Sog einer unvorstellbaren Wasserwalze, wird überspült, läuft voll Wasser und sinkt

Mai bis August 2004: Nach einer aufwändigen Bergung durch Taucher kehrt das Wrack per Tieflader in die alte Heimat zurück und in der Traditionswerft in Dresden-Laubegast wird das unikate Schiff wieder liebevoll hergerichtet. Eine beispiellos große Solidarität der Region, aus ganz Deutschland, Europa und Übersee unterstützt die kostspielige Restaurierung dieses weit bekannten, einzigartigen Wahrzeichen der Region.

29. August 2004: Nunmehr dritte Taufe des Schiffes und die jetzt wieder fröhliche "Dörte" beginnt ein neues Leben.

2007: Das Schiff ist durch 3 Jahrhunderte gefahren und kann mittlerweile seinen 119. Geburtstag feiern !

1. Juno 2008: Ausgelassen-fröhliche Feier zum 120.Geburtstag des Schiffes. Den ganzen Tag fährt die alte Dame zu kostenlosen Rundfahrten, der Andrang ist so enorm das das Schwesternschiff MS "Reblaus" zu Hilfe kommen muss um die Gästemassen zu bewältigen. Nachmittags wird von versammelten Weinmajestäten und VIP´s eine Riesen-Schiffs-Torte angeschnitten und kostenlos an die Gäste verteilt. Das Publikum rast vor Begeisterung und prügelt sich um die kostenlose, köstliche Torte während die vielen Kinder, deren Ehrentag es eigentlich ist, sich auf der Hüpfburg tummeln oder unsere Patentiere, die Alpakas Lilli und Paolo streicheln. Die Erwachsenen lassen den Tag mit schmissiger Musik ausklingen.

2011: Gründlich überholt und gepflegt fährt das mittlerweile 123 Jahre alte Schiffchen wie eh und je als eines der ältesten Fahrgastschiffe Deutschlands auf Saale und Unstrut umher !

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